Um den Block mit…

Warum sollen RapperInnen immer nur über ihre neuesten Platten sprechen dürfen? Gerade in Zeiten, wo Politiker von Jugendlichen weniger denn je als Vorbilder wahrgenommen werden, ist die Meinung der eigentlichen Vorbilder umso wichtiger. Im Format "Um den Block mit..." kommen die ZuschauerInnen den RapperInnen richtig nah – und lernt ihre politischen Themen kennen.

Facts
Focus:Debatte, Beteiligung
Reichweite:über 800.000 Videoviews
Aktive Teilnahme:über 1300 Kommentare & 3700 Likes
Plattformen:YouTube
Partner:Robert Bosch Stiftung


Wie und wo sind die LieblingsrapperInnen der ZuschauerInnen aufgewachsen? Mit welchen Problemen haben sie an ihrem Wohnort zu kämpfen? Wofür machen sie sich stark? Und wie stehen sie zu den gesellschaftlichen Themen unserer Zeit? Das alles wollte MESH Collective beim Laufen Um den Block mit… mit verschiedenen KünstlerInnen herausfinden.

Pöbelnde RüpelrapperInnen? Von wegen: Für alle, die wir trafen, ist Rapmusik ein Ventil, um gesellschaftlichen Frust abzulassen, um aufzuklären, und um Jugendlichen Mut zu machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Um den Block mit… macht darauf aufmerksam, wie viel politisches Bewusstsein immer noch in der Generation HipHop steckt – und wie viel Unrecht LehrerInnen, Eltern, MedienmacherInnen oder PolitikerInnen damit haben, genau diese Generation so sträflich zu missachten.

„In Raptexten ist einfach mehr Platz für Worte als in Poptexten. Eigentlich rappe ich vor allem deswegen“, so Maeckes von den Orsons.

HipHop ist bis heute weltweit die mit Abstand größte Jugendkultur: Mit keinem anderen Musikgenre wird so viel Umsatz bei unter 20-Jährigen gemacht. In jeder Stadt in Deutschland, und sei sie noch klein, sind HipHop-Kids aktiv. Ein Grund mehr für uns, genau diese Szene in einem Format besondere Beachtung zu schenken und dafür zu werben, dass RapperInnen in Deutschland wieder mehr Gehör geschenkt wird.

Um den Block mit… gehörte auf YouTube zu unseren klickstärksten Formaten. Vor der Kamera liefen unter anderem Fard, Nate57, Telly Tellz, Eco Fresh, Blumio – und, als große Ausnahme unter all den RapperInnen, Torsun von Egotronic.

Seit der Geburtstunde des HipHop ging es im Rap um gesellschaftliche und politische Stellungnahmen. Grandmasters Flash’s Aufnahme „The Message“ aus dem Jahr 1982 ist das erste prominente Beispiel, in dem der MC (Master of Ceremony) in der Sprache der Straße auf die Missstände in seinem Viertel aufmerksam macht. Rap hatte und hat somit von Anfang an und bis heute das Potenzial, die Frustration gerade benachteiligter Jugendliche zu kanalisieren und über den sprachlichen Ausdruck in etwas Positives umzuwandeln.